"Am 30. Dezember 2009 meldete ich mich bei Parship an, mehr aus einer Laune als aus der Annahme heraus, dass sich daraus jemals etwas ergeben könnte. Doch dachte ich mir, dass ich es ja noch ein letztes Mal in einer Kontaktbörse versuchen könnte. Seit 2003 hatte ich es schon einige Male in diversen anderen Börsen versucht und dort eigentlich nur schlechte Erfahrungen gemacht. Meine Mutter machte mich auf eine Erfolgsgeschichte in einer Zeitschrift (müsste die Brigitte gewesen sein) aufmerksam, die mir zu
denken gab. 'Sollte das wirklich funktionieren? Ist es besser, wenn man Geld dafür bezahlt? Finde ich so einen wirklich interessierten Menschen und nicht wieder nur jemanden, der nur in die Kiste will?' Die Antwort konnte ich mir eigentlich schon selber mit Ja beantworten, hatte doch eine Freundin von mir, so 2006, ihren heutigen Mann bei Landflirt gefunden. Gut, da wollte ich mich nicht umgucken, geschweige denn anmelden! Meine letzte Wahl fiel doch dann relativ schnell auf PARSHIP.de, frei nach dem Motto: '1000 Fliegen können sich ja nicht irren!' Sorry für den Spruch, aber bis dato dachte ich so und weiß auch heute, dass das FALSCH gedacht war!
Ich habe mich dann mal vor den PC gesetzt und einfach begonnen mich anzumelden, indem ich mich durch all die Fragen durchgearbeitet habe. Zum Schluss kam die Entscheidung, für welchen Zeitraum ich mich anmelde. Tja, und da Geiz nun mal bekanntlich geil ist, entschied ich mich für ein ganzes Jahr. Warum sollte ich die teure Version der 3-Monate nehmen, wenn 12 Monate günstiger gerechnet sind. Schließlich bin ich davon ausgegangen, dass es auch HIER lange dauern würde, jemanden zu finden, somit war für mich eine 12-Monats-Mitgliedschaft die günstigere Version; dachte ich!
Hätte ich gewusst, dass ich bereits am 4. Januar 2010 meine heutige LIEBE kennen lerne, hätte ich natürlich nur eine 3-Monats-Mitgliedschaft gewählt. Aber wie ein bekanntes Sprichwort schon aussagt, hätte ... Bis dahin war ich ja noch die große Skeptikerin, die an so ETWAS nicht mehr glauben konnte/wollte, da einfach zu viele negativen Erfahrungen gemacht wurden.
Michael hat den ersten Kontakt aufgenommen, mit einem Spaß-Match. Die vier Fragen waren schnell beantwortet und die Auswertung ernüchternd: 0 von 4 Übereinstimmungen! Da war meine Stimmung schon etwas geknickt, denn da hatte ich mal ein Profil, was mir sehr gut gefallen hatte, dann kam der Mensch auch noch aus meinem PLZ-Bezirk und dann so etwas ;o( In dem Moment dachte ich nur, warum hast du die Antworten so gewählt, wenigstens eine hätte übereinstimmen können. Aber da sind wir wieder bei: hätte ... Umso mehr war ich überrascht, dass noch am gleichen Abend eine Mail von Micha mit 'Wollen wir Kontakt aufnehmen?' kam. Auch er muss sich diese Gedanken gemacht haben, denn er schrieb:
Hallo! Na ja, knapp daneben ist auch vorbei ... :-) Wobei 0 von 4 nicht gerade knapp ist ... Sollen wir noch einen Versuch starten? Ich weiß allerdings nicht, ob das geht, ich kann zumindest kein neues Spaß-Match mehr schicken. Vielleicht geht's ja bei Dir ...'
Nun, diese Möglichkeit gibt's bei PARSHIP nicht, was bestimmt seinen Grund hat, nämlich DARÜBER reden, wieso man diese Antworten gewählt hat. Am nächsten Tag haben wir damit begonnen, unser Match zu analysieren. Ich habe mir eine Frage mit den entsprechenden Antworten kopiert und Micha erklärt wieso ich mich für die Antwort entschieden habe. So haben wir das dann mit allen vier Fragen gemacht. Unser erstes Kennenlernen ist nur durch dieses fehlgeschlagene Match zustande gekommen ;o)
Schnell fanden wir dadurch heraus, dass wir nicht nur den gleichen PLZ-Bezirk haben, sondern dass wir auch in der gleichen Stadt wohnen; Micha im Süden und ich im Norden, mal gerade 4 km entfernt! Wie klein doch die Welt ist: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück liegt so nah!
Wir haben uns dann jeden Tag geschrieben und nach zwei Wochen die Telefonnummern getauscht. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben die Initiative übernommen und ihn spontan gefragt, ob er Lust und Zeit hat, sich zu treffen. Bis dahin hatten wir uns ausschließlich geschrieben, waren noch gar nicht zu einem Telefonat gekommen. Ich war von Bekannten zum Kegeln eingeladen und dachte mir, dass wir da schließlich in der Öffentlichkeit wären und ich somit schon mal nichts zu befürchten hätte. Leider hatte Micha an diesem Abend keine Zeit.
Von Anfang an haben Micha und ich uns geschworen, immer ehrlich zueinander zu sein. So habe ich ihm auch sofort zu Beginn geschrieben, dass ich nicht der gesündeste Mensch bin, weswegen ich auch all die Jahre keine Beziehung eingegangen war. Niemand will etwas mit einem kranken Menschen zu tun haben, das habe ich sehr schnell in anderen Kontaktbörsen lernen müssen. Ich leide an zwei Allerwelts-Krankheiten, zum einen an einem zweifach operierten Bandscheibenvorfall und zum anderen unter Migräne-Aura-Anfällen. Letztere werden durch Duftstoffe ausgelöst, warum ich mein Leben auch sehr zurückgezogen lebe und wenig hinausgehe. Doch Micha reagierte da ganz anders, anstatt wie die anderen sofort 'nen Rückzieher zu machen, bekam ich eine Antwort auf meine Offenheit: '... aber mach Dir mal keine Sorgen, so schnell lass ich mich nicht abschrecken ...' Da war ich doch schon sehr überrascht.
Unser erstes Treffen haben wir dann auch endlich organisiert bekommen. Wir trafen uns am 12.02.2010 zum Essen und wählten das Steakhaus, genau mittig gelegen, so konnte jeder zu Fuß gehen (war ja immer noch Schneezeit). Es war ein schöner Abend, das Essen war super und wir haben geredet und geredet und geredet. Wir haben uns von Anfang an super verstanden, so als ob wir uns schon 'ne Ewigkeit kennen würden. Irgendwann haben wir bemerkt, dass die Kellner bereits für den nächsten Tag eingedeckt haben, die Lichter bereits um uns herum gelöscht wurden und wir die einzigen Gäste im Restaurant waren! Da schauten wir mal auf die Uhr, upps, es war bereits 23:30, wo war nur die Zeit geblieben. Nun denn, ich muss gestehen, es war das erste Mal in meinem Leben, dass man hinter mir zugeschlossen hat, nachdem ich das Lokal verlassen habe, und Micha ging es genauso. Draußen staunten wir immer noch darüber, wie schnell doch die Zeit vergangen war, und das sofort beim ersten Date.
Dann folgten wieder unzählige Mails und Telefonate und wir haben uns zu einem zweiten Treffen verabredet. Dieses Mal zum Essen und anschließend ins Kino, dadurch liefen wir nicht wieder Gefahr, dass man hinter uns abschließt ;o) Auch der Abend war wieder sehr schön.
Danach habe ich eine Dummheit begangen, wodurch ich beinahe den WUNDERBARSTEN Menschen, den ich je in meinem Leben kennen lernen durfte, weggestoßen hätte. Wenn ich heute darüber nachdenke, schätze ich meine dumme Reaktion als kleine Panikattacke ein. Hatte ich auf einmal Bedenken bekommen, ob es richtig ist, eine Beziehung einzugehen, handelte ich nach meinem eigenen Willen, oder doch eher nach dem der anderen? Diese Fragen stellte ich mir, denn ich wusste nicht mehr, wie das ist, sein Leben mit jemand anderem zu teilen. Auf einmal war da nicht mehr nur ich, sondern es entstand ein Wir; doch wie ging das noch mal? Die letzten 14 Jahre war da immer nur ein Ich, es gab niemanden, den ich nach einer gescheiterten Beziehung näher an mich herangelassen hatte, und jetzt das! Dies habe ich Micha geschrieben, dass ich mir mehr als eine Freundschaft nicht vorstellen könnte. Seine Reaktion war: 'Gut, wir können uns aber trotzdem weiter treffen'.
Es war irgendwie komisch, mit so einer Reaktion hatte ich nicht gerechnet. Lange Zeit ging mir das letzte Telefonat nicht aus dem Kopf und dann fasste ich noch mal allen Mut zusammen und schrieb Micha meine Gedanken, die mir so durch den Kopf gingen, ob ich da nicht etwas zu voreilig gehandelt habe. Fangen nicht so Beziehungen an, treffen, reden und dann auf einmal, eh man sich versieht, ist man ein Paar!
So war es dann bei uns. Wir haben uns weiterhin getroffen, ich bat Micha, mir etwas Zeit zu geben, damit ich auftauen, wieder ins Leben zurückfinden kann, und die hat Micha mir auch gegeben. Von seiner Seite ist kein Drängen gekommen, im Gegenteil, es kam Verständnis, Ruhe und Sanftheit. So sind wir uns dann immer näher gekommen und heute möchte ich diesen wunderbaren Menschen nicht mehr missen!
Es ist erst eine kurze Zeit vergangen, doch habe ich mittlerweile das Gefühl, dass wir uns bereits Jahre kennen würden. Micha ist natürlich, ehrlich, lieb, romantisch, aufmerksam, und er kann so manches Mal meine Gedanken und Wünsche erahnen, bevor ich sie aussprechen kann. Micha ist einfach für mich das Beste, was frau sich nur wünschen kann.
Wie bereits erwähnt, hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, du lernst jemanden im Net kennen, den hätte ich für verrückt gehalten, so etwas kann nicht möglich sein. Aber heute bin ich da ganz anderer Meinung: Es ist doch möglich!!! Wir haben uns gesucht und gefunden.
Sogar der erste gemeinsame Urlaub war schnell geplant, dem wir dann gemeinsam entgegenfieberten. Die Zeit bis dahin überbrückten wir abends mit täglichen Telefonaten, die meistens nicht unter 1½ Stunden waren, tagsüber schickten wir uns SMS und freuten uns über jede gemeinsam zu verbringende Sekunde. Bis zu unserem Urlaub haben wir uns immer am Wochenende getroffen und Micha hatte Verständnis dafür, dass ich ihn jeden Abend wieder nach Hause geschickt hatte. Der Abschied abends fiel besonders schwer und dafür bin ich Micha tausendfach dankbar, dass er mich nicht gedrängt hatte, ihm zu erlauben, auch die Nacht bei mir zu verbringen. Vor dem Urlaub, muss ich gestehen, hatte ich etwas Angst, denn das bedeutete, dass wir 24 Stunden am Tag miteinander verbringen. Ich stellte mir die Frage, kann das gutgehen, wo wir uns doch erst so kurze Zeit kennen, es waren ja gerade mal 7 Monate vergangen, wo wir uns das erste Mal getroffen hatten. Doch sagte ich mir, dass es eine Art Härteprüfung für uns beide ist, wenn wir diese überstehen, steht einem unendlichen Beisammensein nichts mehr im Wege.
Die eine Woche Urlaub verbrachten wir in Grömitz, wohnten in einem wundervollen kleinen Holzhaus, wo wir uns von Anfang an pudelwohl fühlten. Meine Bedenken, dass wir uns eventuell auf den Keks gehen könnten, waren schnell verflogen, denn auch dort war es wieder, das Gefühl, als ob wir uns schon unendliche Zeit kennen und zusammenleben würden! Nun sind bereits einige Monate vergangen, auch unser erster Jahrestag liegt hinter uns, und ich kann mir heute ein Leben ohne Micha nicht mehr vorstellen, er ist DER Mann, mit dem ich mein restliches Leben verbringen will! Es gibt so viele Gemeinsamkeiten bei uns, dass es manchmal schon unheimlich ist, aber was soll ich noch weiter schreiben, wir haben uns gesucht und gefunden.
Viele liebe Grüße und WIR sagen herzlich danke, Parship, dass es euch gibt, denn ohne euch hätten wir uns nie gefunden!
Claudia & Micha
PS: EUER WERBESLOGAN 'IRGENDWO IN DIESER STADT GIBT ES DEN EINEN, DER AUF DICH WARTET', DER IST SUPER PASSEND!"